Island Exkursion 01.10. – 09.10.2020

Liebe Leser und Leserinnen, liebe Island-Begeisterte,

Corona hat uns alle im Griff, daher ein paar Worte vorab:

die Fachsektion Geoinformatik der DGGV organisiert  seit mehreren Jahren Exkursionen nach Island zu unterschiedlichen Jahreszeiten und mit unterschiedlichen Routen, angepasst an die Jahreszeiten, Wetterverhältnisse und selbstverständlich auch Wünsche und Vorstellungen der Teilnehmer. In den letzten Monaten hat sich nun eine weitere Randbedingung „aufgedrängt“, mit der es umzugehen gilt.  Die Corona-Pandemie beeinflusst seit nunmehr einem halben Jahr unser aller Leben und das tägliche Miteinander. Bezogen auf Reisen bedeutet dies auch entsprechende Einschränkungen bis hin zu Reisewarnungen und Einreisebeschränkungen. Wir haben die Entwicklung der Situation rund um die Corona-Pandemie in den letzten Wochen sehr genau beobachtet und sind, auch in Absprache mit unseren Partnern vor Ort, nach reiflicher Überlegung zu dem Entschluss gekommen, eine Herbstfahrt 2020 in das isländische Hochland anbieten zu können und zu wollen.

Die Durchführung der Reise hängt dabei davon ab, dass sich die Gesamtsituation (Infektionsraten, Einreisebeschränkung, Quarantänebestimmungen, etc.) nicht wieder verschlechtert. Seit Mitte Juli können deutsche Touristen wieder ohne Einschränkung und ohne Quarantänepflicht nach Island reisen. Infos zu den Bedingungen auf isländischer Seite finden Sie hier: www.covid.is

Auch die Rückkehr nach Deutschland verbindet sich derzeit nicht mit einer Quarantänepflicht oder anderweitigen Einschränkungen, Infos zu den Bedingungen auf deutscher Seite finden Sie hier: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

Diese Bedingungen vorausgesetzt, laden wir Sie herzlich zur Teilnahme an der geplanten Hochlandfahrt ein. Dabei gelten folgende Covid-19 bezogene organisatorische Grundvoraussetzungen:

  • Kosten fallen für angemeldete Teilnehmer/Interessenten erst dann an, wenn die Reise tatsächlich durchgeführt werden kann
  • Die Gruppengröße wird auf maximal 16 Personen beschränkt
  • Der Kontakt zu Personen außerhalb der Reisegruppe wird auf ein Minimum reduziert
  • Ob die Reise stattfinden kann, entscheidet sich ca. 3-4 Wochen vor Reisebeginn (also Ende August/Anfang September)

Falls die Reise nicht stattfinden kann verweisen wir an dieser Stelle schon auf die Fahrten im Frühjahr 2021, die im März/April stattfinden sollen. Nähere Infos hierzu finden Sie auf der Webseite unter http://fgi-dggv.de/aktuelle-termine

Und nun zur Reise selbst:    

Die Fachsektion Geoinformatik der DGGV freut sich und ist stolz darauf, Ihnen hier eine ganz besondere Reise anbieten zu können. Vom 01.10.2020 – 09.10.2020 führt uns eine 9-tägige, CO2-kompensierte Hochland-Exkursion nach Island. Die Reise spannt dabei einen Bogen von Vulkanlandschaften und deren Vegetationsformen, Schnee, Eis, Gletschern und der Einsamkeit des Hochlandes bis zur Polarnacht und den Polarlichtern.

Kurzübersicht des Reiseverlaufs:

Tag 1: Ankunft am Flughafen Keflavik, Übernachtung nördlich von Reykjavik.

Tag 2: Transfer nach Mödrudalur im Hochland, Übernachtung und Akklimatisation auf der Farm.

Tag 3: Frühstück und Beginn der Hochlandfahrt.

Tage 3-7 insgesamt: 5-tägige Fahrt mit Superjeeps in und durch das Hochland Islands, 4 Übernachtungen in verschiedenen Berghütten. Die Fahrtroute ist stark abhängig von den Wetterbedingungen. Der ideale Ablauf sieht folgende Route vor: Mödrudalur, Krafla, Aldeyjarfoss, Laufrönd, Tungnafellsjokull, Sprengisandur, Landmannlaugar, Eldgja, Laki, SüdküsteBei allen Planungen und Absichten bleibt aber am Ende immer das Wetter der bestimmende Faktor. . Die Sicherheit der Reiseteilnehmer steht immer im Vordergrund. Bei ungünstigen oder schlechten Wetterverhältnissen wird  der Reiseverlauf entsprechend angepasst. Dafür sorgen auch die sehr erfahrenen und bestens präparierten lokalen Fahrer.

Tag 8: Rückfahrt von Hvollsvöllur nach Reykjavik entlang der Südküste und über die Reykjanes-Halbinsel, wo wir uns zum Abschluss noch einmal den Mittelozeanischen Rücken und das Hochtemperaturfeld Gunnuhver anschauen. Unterkunft entweder in Reykjavik oder in Keflavik.

Tag 9: Rückflug nach Deutschland

Während der Fahrt werden die Reiseteilnehmer von islanderfahrenen Experten (Hannah Budde, Dr. Christian Bücker, Dr. Rouwen Lehné) begleitet und mit den wissenschaftlichen Gegebenheiten (Geologie, Vegetation, Landschaftsentwicklung, Geophysik, Glaziologie, etc.) vertraut gemacht. Abends/nachts warten dann Sternenhimmel und Polarlichter darauf, fotografiert zu werden. Damit dies bestmöglich ist, fällt der ausgewählte Reisezeitraum auf die Neumond- Phase, so dass Mondlicht wenig bzw. gar nicht den Nachthimmel erleuchtet und die Sicht frei ist auf Sterne und Polarlichter. Ergänzt wird das Informationsangebot durch mobile Geoinformationsdienste, die auf geländetauglichen Tablets zur Verfügung gestellt werden. Ausserdem wird ein „Fotoguide“ zur Verfügung gestellt, damit die Polarlichtaufnahmen auch gelingen!

Um neben den Sinnen auch den Körper zu stimulieren, können verfügbare Möglichkeiten und Baden in warmem oder heißem Wasser genutzt werden, seien es Gletscherflüsse (Kverkfjöll,) oder Quellen (Landmannalaugar).

Der Reisezeitraum liegt außerhalb des Zeitraumes (15.06. – 15.09.), in dem die Hochlandpisten für Touristen geöffnet sind. Es besteht daher die berechtigte Hoffnung, einige Stopps auch „exklusiv“ genießen zu können.

Teilnehmerzahl: Maximal 16 Personen

Kosten: 3300 Euro je Person, inklusive Unterbringung in den Gemeinschaftsschlafsälen auf den Berghütten, sowie komfortablen Doppelzimmern außerhalb des Hochlandes, Frühstück, Transfer von Reykjavik nach Mödrudalur und zurück, Superjeeps, isländische Fahrer und Guides, Vollverpflegung im Hochland, Übernachtung auf den Berghütten, Arbeitsmaterialien, Reiseführung, Treibstoff und eventuell anfallende Mautgebühren. Außerdem entrichten Sie mit Ihrem Teilnahmebetrag auch einen Beitrag zur CO2-Kompensation der Reise (wir unterstützen ein Aufforstungsprojekt im Schwarzwald).

Mitglieder der DGGV, einer der Fachsektionen der DGGV, des BDG oder der DGG erhalten 150 Euro Nachlass.

Zielgruppe: Die Reise ist so konzipiert, dass keine fachlichen Voraussetzungen benötigt werden. Alle Inhalte werden allgemeinverständlich aufbereitet. Zu den bisherigen Gruppen gehörten Geologen, Geographen, Geophysiker, Architekten, Apotheker, Radiologen, Pädagogen, Fotografen, Naturliebhaber, Wanderer, Island-Fans, Physiotherapeuten, ………

Teilnahmevoraussetzungen: allgemeine Fitness und gute gesundheitliche Konstitution (insbesondere die Fähigkeit, längere Zeit und bei ruckeliger Fahrt im Jeep sitzen zu können)

Anmeldung: bitte per E-Mail an rouwen.lehne@gmail.com oder exkursionen@fgi-dggv.de

Weitere aktuelle Informationen finden Sie hier: http://fgi-dggv.de/island-exkursion-2020

Weitere Fragen beantworten Dr. Rouwen Lehné (rouwen.lehne@hlnug.hessen.de), Dr. Christian Bücker (christian.buecker@t-online.de) und Frau Hannah Budde (hannah.budde@hlnug.hessen.de).

Detaillierte Reisebeschreibung Hochland:

Tag 1 – Vulkane und Wasserfälle

Tag 1 startet mit der Abfahrt von der derzeit höchstgelegenen bewohnten Farm Islands, Mödrudalur. Zunächst folgen wir der Ringstraße in Richtung Westen, bis zum Vulkansystem Krafla und dem gleichnamigen Zentralvulkan. Das Vulkansystem war zuletzt 1975-1984 aktiv (Krafla-Feuer) und hat mit zahlreichen Eruptionen Spuren hinterlassen, die auch heute noch deutlich sichtbar sind. Nach dem Besuch des Hochtemperaturfeldes geht es nach einem kurzen Stopp am berühmten See Myvatn nach Süden in das Hochland, wo wir über die Farm Stöng den bezaubernden Wasserfall Aldeyjarfoss erreichen, der mit einer gewaltigen Säulenbasalt-Kulisse beeindruckt. Der Weg Richtung Unterkunft für die Nacht (Berghütte Réttartorfa) führt uns entlang des Flusses Skjálfandafljót, der dem Vatnajokull-Gletscherkomplex (dem größten Gletschergebiet Europas) entspringt. Mit einem Besuch des Wasserfalls Hrafnabjargafoss beschließen wir den Tag und erreichen gegen Abend die Unterkunft.

Wasserfall Aldeyjarfoss
Lavafeld bei Krafla

Tag 2 – Verborgene Schätze des Hochlandes

Von der Unterkunft Réttartorfa geht es Richtung Süden, weiter in das Hochland hinein, wo wir in der Gegend Laufrönd mehrere verborgene Stopps anfahren, die uns Canyon-Strukturen, kleine Wasserfälle, heiße Quellen, schwarzen Sand, Lavafelder und farbintensive Vegetation bieten. Das Gebiet gehört zu den am wenigsten wahrgenommenen in Island und ist vom ansonsten überall sichtbaren Tourismus nahezu unberührt. Ziel des Tages ist die Hütte Gæsavötn, die nahe an den Gletschern Vatnajökull und Tungnafellsjokull gelegen ist.  

Heiße Quelle in der Gegend Laufrönd
Unterkunft Gæsavötn

Tag 3 – in den Süden

Am dritten Tag geht es weiter Richtung Süden und bewegen uns zwischen dem Vatnajokull und dem Hofsjokull entlang der Hochlandpiste Sprengisandur. Einen Stopp legen wir ein im Tal Nýidalur am Fuße des Gletschers Tungnafellsjökull, einer kleinen Perle im Hochland. Die Fahrt führt uns dann weiter entlang des längsten Flusses Islands, Þjórsá. Bei entsprechend guten Sichtverhältnissen haben wir einen schönen Blick auf den Gletscher Hofsjokull und dem Naturschutzgebiet Þjórsárver, einer Feuchtlandschaft am Fuße des Gletschers. Am Nachmittag erreichen wir dann Landmannalaugar, wo wir unter anderem den Krater Ljótipollur und das Lavafeld Námshraun besichtigen. Auch ein Bad in den warmen Quellen von Landmannalaugar ist möglich. Die Fahrt führt uns dann über die Fjallabak-Route weiter zur Unterkunft, der Hütte Hólaskógur.

Hochlandpiste Fjallabak

Tag 4 – Eldgjá and Laki

Tag 4 steht ganz im Fokus zwei der faszinierendsten Vulkangebieten überhaupt, Eldgjá und Laki. Die Eldgjá-Spalte (bzw. der Eldgjá Canyon) entstand im Jahr 900 nach Christus durch eine gewaltige vulkanische Eruption und zeugt auch heute noch von den gewaltigen Kräften, die damals wirkten. Nach einer ausführlichen Erkundung des Canyons geht es dann weiter zur Laki-Spalte, einer der weltweit am faszinierendsten vulkanischen Fissuren mit moostbegrünten Kraterreihen. Ziel ist der Fuß des Laki-Kraters, den wir dann mit einem Fußmarsch erklimmen und, oben angekommen, bei geeigneten Sichtverhältnissen einen großen Teil der 25 km langen Fissur/Kraterreihe bestaunen und bebildern können. Die Weiterfahrt führt uns durch die angrenzenden Lavafelder und Krater zu unserer Unterkunft für die Nacht, der Hütte Hólaskjól.

Eldgja-Spalte
Laki-Krater

Tag 5 – Der Mælifellssandur

Der letzte Tag führt uns in den Bereich des Mælifellssandur, einer wüstenähnlichen Schüttungsfläche nördlich des Gletschers Mýrdalsjökull. Entlang der Fjallabak-Route passieren wir die Palagonitberge Stóra Græna Súla und Hattfell. Bei geeigneten Sichtverhältnissen sehen wir auch den Rhyolithberg Kaldaklof. Dere letzte Höhepunkt des Tages wird der Canyon Markarfljótsgljúfur sein, mit dem wir das Hochland dann langsam hinter uns lassen. Die Fahrt endet mit der Ankunft in Hvolsvöllur/Landeyjahöfn, wo unsere Mietfahrzeuge wieder auf uns warten.

Vulkanbau entlang der Fjallabk-Route

Canyon Markarfljótsgljúfur

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